Schriftsteller, Rockpoet, Mönch: Die Stationen im Leben des großen Leonhard Cohen. Kaum ein Musiker seines Ranges hat so wenig übrig für Popmusik und diese dennoch derart nachhaltig beeinflusst. Als einer der originellsten und meist-gecoverten Singer-Songwriter der Rock-Ära entwickelte sich Cohen vom Experten eleganter, melancholischer Folk-Weisen ("Suzanne") hin zum Liebhaber sanfter elektro-akustischer Schnulzen, die erst durch seinen Whisky-erprobten Sprechgesang an nötigem Tiefgang gewannen ("A Thousand Kisses Deep"). "First We Take Manhatten" und "Hallelujah" gehören zu seinen am häufigsten neuinterpretierten Werken, wobei das letztere in der irrwitzig guten Version von Jeff Buckley sogar mehr Ruhm erlangte als das Original. 1994 beendet Cohen fürs erste seine Karriere, zieht sich in ein Zen-Kloster bei Los Angeles zurück und wird dieses fünf lange Jahre bis zum Erreichen des Mönch-Status' nicht mehr verlassen. 2001 versucht er mit "Ten New Songs" einen Schritt zurück ins Rampenlicht, der allerdings von seinen Fans als halbherzig wahrgenommen wird.

N.G.


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